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Weitwinkelobjektiv: Was ist das und wann sollte man es benutzen?

Als Fotograf steht Ihnen eine große Auswahl an Objektiven zur Verfügung. Weitwinkelobjektive sind eine beliebte Wahl, aber wofür wird ein Weitwinkelobjektiv verwendet? Ist ein Weitwinkelobjektiv die beste Wahl für Sie?

Um diese Frage anzugehen, schauen wir uns die verschiedenen verfügbaren Arten von Weitwinkelobjektiven an und wann man sie verwenden sollte.

Was ist ein Weitwinkelobjektiv?

Zunächst müssen wir die Bedeutung des Weitwinkels klären.

Die gebräuchlichste Beschreibung lautet, dass ein Weitwinkelobjektiv ein größeres Sichtfeld aufweist als unser Sehvermögen. Dies lässt sich jedoch nicht direkt auf Millimeter (mm) und Grad übertragen.

Welches mm ist also ein Weitwinkelobjektiv? Die gängige Definition besagt, dass ein Objektiv unterhalb oder gleichwertig zu 35 mm als Weitwinkelobjektiv betrachtet wird. Das sind ungefähr 65 Grad diagonales Sichtfeld.

Zoomt ein Weitwinkelobjektiv?

Alle Objektive, einschließlich Weitwinkelobjektive, sind entweder als Prime- oder als Zoom-Version erhältlich. Ein Primärobjektiv hat eine feste kurze Brennweite, was bedeutet, dass Sie durch physische Bewegung näher an ein Objekt herangehen müssen.

Primes sind im Allgemeinen leichter, schneller, billiger und erzeugen eine bessere Bildqualität. Das Canon 24mm f/2,8 STM ist ein gutes Beispiel dafür.

Ein Zoomobjektiv hat eine variable Brennweite (Zoombereich). Einige Rundum-„Reise“-Zoomobjektivoptionen decken Weitwinkel-, Standard- und Telebrennweiten gleichermaßen ab. Die meisten Zoomobjektive sind spezifischer und bieten Ihnen ein oder zwei davon.

Zoomobjektive sind sehr vielseitig und ermöglichen es Ihnen, Ihre Ausrüstung auf ein Minimum zu beschränken. Im Allgemeinen ist ein Zoomobjektiv jedoch schwerer und teurer, was auf zusätzliche Mechanismen und Glas im Inneren des Objektivs zurückzuführen ist. Kit-Objektive sind Ausnahmen, aber oft mit Kompromissen verbunden.

Ihre Bildqualität wird oft von Prime-Objektiven übertroffen. Sie sind ein Tausendsassa, der kein Handwerk beherrscht. Das Canon EF 16-35 mm f/4-Objektiv ist ein hervorragendes Beispiel für ein professionelles Weitwinkel-Zoomobjektiv.

Wie breit ist ein Weitwinkelobjektiv?

Wir müssen hier einen Haftungsausschluss machen. Die Kamera, die Sie verwenden, hat Einfluss darauf, wie Ihr Objektiv ‚aussieht‘. Kleinere Sensoren schneiden den Mittelteil jeder Linse aus, was zu einem engeren Sichtfeld führt.

Der Einfachheit halber sind alle hier erwähnten Brennweiten Vollbild-Äquivalente. Wenn Sie wissen möchten, wie diese auf Ihre Kamera übertragen werden, teilen Sie sie durch 1,5 (APS-C) oder 2 (M4/3).

Wir wissen, dass Weitwinkel alles unter 35 mm bedeutet. Aber es gibt noch viel Raum für weitere Spezifikationen.

Brennweiten zwischen 35 mm und 24 mm gelten als Standard-Weitwinkel.

Zwischen 24mm und 16mm ist das, worauf wir uns normalerweise beziehen, wenn wir von Weitwinkel sprechen.

Brennweiten unter 16 mm gelten als Ultraweitwinkel.

Aber was ist die beste Größe für ein Weitwinkelobjektiv? Der beliebteste Weitwinkel-Zoombereich ist 16-35 mm. Die meisten Kit- oder Standard-Zoomobjektive gehen bis 24mm oder 28mm herunter. Die weitesten Objektive auf dem Markt sind 10 mm (geradlinig) und 8 mm (Fischauge).

Was sind die drei Haupttypen von Weitwinkelobjektiven?

Hinsichtlich der Verzeichnung unterscheiden wir zwischen drei Haupttypen von Weitwinkelobjektiven.

Fisheye-Weitwinkelobjektive

Fish-eye-Objektive sind spezielle Ultra-Weitwinkel-Objektive. Ihr Blickwinkel beträgt in der Regel 180°, so dass Sie die Hälfte einer vollen Umdrehung sehen können.

Sie haben eine ausgeprägte, hemisphärische Art der Linsenverzeichnung. Sie stopfen so viele Informationen wie möglich hinein. Daher erzeugen sie keine geraden Linien.

Hinsichtlich der Brennweite liegen sie am unteren Ende der Skala.

Die meisten Action-Kameras, wie die GoPros, verfügen auch über eingebaute Weitwinkel-Fisheye-Objektive.

Geradlinige Weitwinkellinsen

Geradlinige Weitwinkelobjektive sind der andere Typ. Auch diese sind nicht frei von Verzeichnung, aber sie halten die Linien (fast) gerade.

Bei einigen kann man noch eine mäßige tonnenförmige Verzeichnung feststellen. Bei Architekturbildern ist sie offensichtlicher, wenn sich die Linien vom Zentrum weg nach außen biegen. Sie ist aber auch bei der Nachbearbeitung leicht zu korrigieren.

Grundsätzlich ist jedes Objektiv, das nicht explizit als Fischauge gekennzeichnet ist, geradlinig, d.h. es bietet kein volles 180°-Sichtfeld, auch wenn einige Objektive nahe am Bildmittelpunkt sind.

Sie können Objektive mit kürzeren Brennweiten erhalten, aber sie sind ausschließlich für Kameras mit Cropped-Sensor (wie das Sigma 8-16mm) geeignet.

Denken Sie daran, dass Sie ein 16mm Fisheye nicht mit einem geradlinigen 16mm Weitwinkelobjektiv vergleichen können. Aufgrund der Verzeichnung ergibt das Fischaugenobjektiv ein anderes, etwas breiteres Bild.

Tilt-Shift-Weitwinkelobjektive

Obwohl Tilt-shift-Objektive nicht unbedingt Weitwinkelobjektive sein müssen, sind es die meisten. Keiner der beiden vorgenannten Objektivtypen erlaubt es, perspektivische Verzerrungen zu korrigieren.

Diese Art der Verzeichnung ist besonders bei Weitwinkelobjektiven weit verbreitet. Es kommt vor, dass Sie zwei parallele Linien nicht direkt aus der Mitte betrachten. Mit einem geradlinigen Standardobjektiv würden sie konvergieren.

Tilt-shift-Objektive gehen bei geradlinigen Objektiven noch einen Schritt weiter.

Sie projizieren viel größere Bilder als der Vollformatsensor. Sie können das Objektiv in der Ebene parallel zum Sensor sowohl horizontal als auch vertikal verschieben. Auf diese Weise können sie konvergierende Linien parallel oder parallele Linien konvergieren lassen.

Sie haben auch die Möglichkeit, die Schärfenebene unabhängig zu steuern (zu neigen).

Diese Objektive sind extrem hochentwickelt und sehr teuer. Sie sind die beliebtesten Objektive unter professionellen Architektur- und Kunstfotografen.

Wann ein Weitwinkelobjektiv verwendet werden sollte

Wozu wird also ein Weitwinkelobjektiv verwendet? Weitwinkelobjektive werden im Allgemeinen für Szenen verwendet, in denen Sie so viel wie möglich einfangen möchten. Landschaften, Stadtbilder und Architektur sind die Hauptkategorien, in denen ein Weitwinkelobjektiv verwendet wird.

Ein Fischaugenobjektiv fängt noch mehr von der Szene ein, wird aber hauptsächlich für künstlerische und kreative Zwecke verwendet. Sie sind breit genug, um die Zwei-Welten-Szene einzufangen, die wir sicher alle schon gesehen und bewundert haben.

Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich Ihrer Komposition sehr bewusst sein müssen, um mit einem Weitwinkelobjektiv gut arbeiten zu können. Es ist leicht, in die Falle zu tappen, zu viel zu zeigen.

Straßenfotografie

Ich verwende mein Weitwinkelobjektiv häufig für Straßenfotografie. Wenn ich näher an ein Motiv herangehen muss, bewege ich mich selbst dorthin.

Wie Robert Capa uns gelehrt hat: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, bist du nicht nah genug“. Das kann bei Weitwinkelobjektiven eine Qual sein, da man sehr nah herangehen muss.

Im Gegenzug kann es eine dramatische Perspektive und ein Gefühl der Präsenz vermitteln.

Ich empfehle ein lichtstarkes 35mm- oder 24mm-Prime-Objektiv für die Straßenfotografie, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Reise-Fotografie

Wenn Sie auf Reisen sind, wollen Sie normalerweise nicht viele Objektive mitnehmen. Leichtere Ausrüstung bedeutet mehr Platz, um andere Sachen einzupacken oder bequemer zu reisen. Daher entscheiden sich die meisten Fotografen für ein Standard-Zoomobjektiv, vielleicht sogar für ein zusätzliches Teleobjektiv.

Wenn Sie an einen Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten oder weitläufigen Landschaften reisen, schlage ich vor, dass Sie zumindest ein mäßig weites Objektiv mitnehmen. Wenn Ihr Kit-Objektiv bis zu 24 mm tief geht, könnte es ausreichend sein. (Denken Sie daran, dass die 18mm-Kit-Objektive 28-30mm entsprechen).

Ich nehme auf Reisen eigentlich selten ein Standard-Zoomobjektiv mit. Stattdessen neige ich dazu, mich auf ein Weitwinkel-Prime-Objektiv und ein kurzes Tele-Prime-Objektiv zu verlassen.

Architektur- und Immobilienfotografie

Für diese speziellen Zwecke benötigen Sie ein Weitwinkelobjektiv. Für Innenräume wird ein Ultraweitwinkelobjektiv empfohlen.

Blende und Bauqualität sind hier nicht wirklich von Bedeutung. Was Sie brauchen, ist ein vielseitiges, scharfes und weites Objektiv.

Vielleicht entscheiden Sie sich für ein Tilt-shift-Objektiv. Damit erhalten Sie eine ausgezeichnete Bildqualität, fortschrittliche Kontrollen und verzerrungsfreie Ergebnisse – und das zu einem hohen Preis.

Canon und Nikon stellen beide fantastische Tilt-shifts her, oft zu astronomischen Preisen. Samyang, ein Dritthersteller, bietet preiswertere Optionen an, die Ihnen trotzdem einen hohen Wert bieten.

Landschaftsfotografie

Für Landschaften braucht man zwangsläufig ein Weitwinkelobjektiv. Da Sie dies wahrscheinlich von einem Stativ aus tun werden, ist die Blende kein sehr wichtiger Faktor. Stattdessen sind Größe, Gewicht, Bildqualität und Wetterfestigkeit von Bedeutung.

Warum nicht Ihre normale Linse verwenden?

Sie könnten eine Vielzahl von Objektiven verwenden, um zu versuchen, die Ansicht von Weitwinkelobjektiven nachzubilden.

Wenn Sie z.B. ein normales 50-mm-Objektiv verwenden würden, müssten Sie einige Dutzend Bilder aufnehmen und diese für eine 16-mm-Ansicht zusammenfügen. Sechs bis acht Bilder können ausreichen, um 28 mm abzudecken.

Hier benötigen Sie ein Bearbeitungsprogramm wie Adobe Photoshop oder Lightroom. Wenn Sie die Zeit, das sich nicht bewegende Motiv und den erforderlichen Aufwand haben, können Sie damit recht erfolgreich sein. Ihr kombiniertes Bild wird auch eine viel höhere Auflösung haben als eine Einzelaufnahme.

Es gibt auch eine andere Überlegung zum Stitchen. Damit können Sie den flachen Tiefenschärfe-Look von Großformaten nachbilden. Es hindert Sie nichts daran, dies auch bei Porträts oder Produktaufnahmen zu tun.

Der Pionier dieser Technik ist Ryan Brenizer, ein Hochzeitsfotograf aus New York. Er erreicht damit gleichzeitig eine beeindruckende Hintergrundtrennung und Weitwinkelaufnahmen.

Natürlich leihen sich auch andere Fotografen seinen Trick. Es braucht Zeit, um ihn zu perfektionieren (besonders bei Porträts), aber die Ergebnisse sind lohnend.

Fazit

Einsteigerfotografen vernachlässigen oft Weitwinkelobjektive. Aber sie sind leistungsstarke Ausdrucksmittel, die Optionen bieten, zu denen kein anderer Objektivtyp in der Lage ist.

Dieses Objektiv kann auch Herausforderungen mit sich bringen. Die Anwendung von Kompositions- und Belichtungsfähigkeiten auf Weitwinkelaufnahmen kann schwieriger sein als erwartet.

Es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Weitwinkelglas wohlfühlen, ohne zu viel darüber nachzudenken. Wenn Sie mit Ihrem Fluss mitgehen, erzielen Sie fast immer großartige Ergebnisse. Auf diese Weise werden Ihre Aufnahmen wirklich großartig und einzigartig sein.

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